Gezeiten

Mädchenzeit

Bilder und Träume in Prosa
Krieg und Frieden

Zeitsprünge. Fichtennadelduft. Baumwurzeln kreuzen den Weg. Bevor ihre bloßen Füße den Boden berühren, verdunkelt sich der Himmel. Sie reißt die Brille von den Augen. Keine Wirkung. Warum ist es hier so dunkel? Hast du deine Sonnenbrille noch auf? Die habe ich längst abgeworfen! Der Strand, das Wasser – alles, was sie in greifbarer Nähe wähnte, verliert an Tiefe. Sie sucht die Hand der Mutter. Meine Augen! Führe mich fort von hier. Aber bitte, lass meine Hand nicht los!

Hamburg. Weite kahle Flächen, verbrannte Erde. Geröll und Mauerreste. Notdürftig geflicktes Panorama. Sie gehen durch den Bahnhof. Auf der Rückseite erscheint die Welt heller. Im Zug. Nie wieder fahre ich in dieses kaputte Dorf, sagt das Mädchen.

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